Kategorie: Rudolf Steiner
Rudolf Joseph Lorenz Steiner (27. oder 25. Februar 1861[1] – 30. März 1925) war ein österreichischer Okkultist, Sozialreformer, Architekt, Esoteriker,[11][12] und beanspruchte Hellsehen.[13][14] Steiner erlangte Ende des 19. Jahrhunderts erste Anerkennung als Literaturkritiker und veröffentlichte Werke wie Die Philosophie der Freiheit.[15] Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründete er eine esoterische spirituelle Bewegung, die Anthroposophie, mit Wurzeln in der deutschen idealistischen Philosophie und der Theosophie. Seine Lehren sind beeinflusst vom christlichen Gnostizismus[i][17] (für Häresiologen besteht kaum Zweifel, dass es sich um Neognostizismus handelt[18][19][20]). Viele seiner Ideen sind pseudowissenschaftlich.[21] Er neigte auch zu Pseudohistorie.[22]
In der ersten, philosophisch orientierteren Phase dieser Bewegung versuchte Steiner, eine Synthese zwischen Wissenschaft und Spiritualität zu finden.[23] Sein philosophisches Werk aus diesen Jahren, das er als „Geisteswissenschaft“ bezeichnete, versuchte, die seiner Meinung nach für die abendländische Philosophie charakteristische Denk klarheit auf spirituelle Fragen anzuwenden,[24]: 291 wobei er diesen Ansatz von dem abgrenzte, was er als vagere Herangehensweisen an den Mystizismus betrachtete. In einer zweiten Phase, die um 1907 begann, arbeitete er kollaborativ in verschiedenen künstlerischen Medien, darunter Drama, Tanz und Architektur, was in den Bau des Goetheanum mündete, einem Kulturzentrum, das alle Künste beherbergen sollte.[25] In der dritten Phase seines Werkes, die nach dem Ersten Weltkrieg begann, arbeitete Steiner an verschiedenen angeblich angewandten Projekten, darunter die Waldorfpädagogik,[26] die biologisch-dynamische Landwirtschaft,[27] und die anthroposophische Medizin.[26]
Steiner vertrat eine Form des ethischen Individualismus, den er später mit einem expliziteren spirituellen Ansatz verband. Seine Erkenntnistheorie basierte auf Johann Wolfgang Goethes Weltanschauung, in der „Denken ... nicht mehr und nicht weniger ein Wahrnehmungsorgan ist als das Auge oder das Ohr. So wie das Auge Farben und das Ohr Töne wahrnimmt, so nimmt das Denken Ideen wahr.“[28] Ein durchgängiger roter Faden in seinem Werk ist das Ziel, zu zeigen, dass es keine Grenzen des menschlichen Wissens gibt.[29]